Der Sommerberg

Die Gründung im Jahr 1962

1962 wurde das Haus Sommerberg durch den Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt und auf maßgebliche Initiative von Professor Dr. Carl Klüwer gegründet - im Rahmen der damaligen Fürsorgeerziehung als ein therapeutisch-pädagogisches Jugendheim mit überregionalem Modellcharakter. Die Einrichtung richtete ihr Angebot vorwiegend an dissoziale männliche Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 21 Jahren.

 

Die siebziger Jahre - Die Phase der "Heimkritik"

Bis zur Mitte der siebziger Jahre - in der Phase der sogenannten "Heimkritik" - gingen vom Haus Sommerberg wichtige Impulse für eine an den Bedürfnissen und Lebensschwierigkeiten von Jugendlichen orientierte stationäre Behandlung aus. Prozessorientierung stand im Vordergrund - auf dieser Grundlage wurde eine gemeinsame Vorgehensweise von psychoanalytisch fundierter Therapie und Sozialpädagogik entwickelt und weitergeführt.

Ende der siebziger Jahre wurden im Rahmen eines umfangreichen Forschungsprojektes zusätzliche familientherapeutische Ansätze erprobt.

 

1985 - Errichtung der ersten Ausbildungswerkstätten

Im Jahre 1985 wurden die ersten Ausbildungswerkstätten für berufsorientierende Arbeitsgruppen als auch für eine vollqualifizierende Ausbildung in drei unterschiedlichen Berufsfeldern errichtet. Die ersten Ausbildungslehrgänge fanden in den Arbeitsbereichen Tischler, Maler und Lackierer sowie Betriebsschlosser statt. Am Ende der drei Ausbildungsjahre schafften bereits 20 Auszubildende ihren Berufsabschluss.

 

1994 - Wechsel der Trägerschaft und Umstrukturierung

Am 1. Oktober 1994 wechselte das damalige therapeutisch pädagogische Jugendheim Haus Sommerberg vom Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt zum AWO Bezirksverband Mittelrhein e.V. Die vorausgegangene Umstrukturierung der Einrichtung erfolgte auf der Grundlage der Erfordernisse des 8. Kinder- und Jugendberichtes und der entsprechenden gesetzlichen Veränderungen vom Jugendwohlfahrtsgesetz hin zum Kinder- und Jugendhilfegesetz.

 

1995 - Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung

Ein weiterer Angebotsbaustein im Bereich der Eingliederungshilfe kam ab 1995 mit 63 Plätzen zur Betreuung von erwachsenen Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung hinzu. Zur Verdeutlichung der konzeptionellen Veränderungen wechselte die Einrichtung den Namen in "Der Sommerberg". In den folgenden Jahren erfolgte ein sukzessiver Auf- und Ausbau der Einrichtung an unterschiedlichen regionalen Standorten.

 

2004 - Gründung der Betriebsgesellschaft

Auf der Grundlage des Vorstandsbeschlusses der Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Mittelrhein e.V. wurde der Sommerberg zum 01.01.2004 in eine Betriebsgesellschaft ausgegliedert. Neben dem Bezirksverband als Hauptgesellschafter sind die zehn zum Bezirksverband zugehörigen Kreisverbände an der Gesellschaft beteiligt.

 

2005 - Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule (zusammen mit 2006)

Ab dem Schuljahr 2005 / 2006 erfolgte der sukzessive Ausbau der Ganztagsangebote an Schulen in Koppelung mit Hilfen zur Erziehung

 

2006 - Einstieg in die Sozialraumorientierung

Die flexiblen ambulanten Büros in Bonn und Köln stiegen etwa zeitgleich in das von den Städten verabschiedete Sozialraumkonzept ein.

 

2008 - Weiterentwicklung der Organisationsstruktur

Die in 2007 eingeleitete Anpassung der Organisationsstruktur – von der Geschäftsfeldgliederung hin zur regionalen Gliederung - wurde in 2008 weitestgehend umgesetzt.

Mit der konsequenten Bildung von Organisationseinheiten auf der operativen Ebene konnte dem Bedürfnis der Kunden nach fachlich kompetenten Ansprechpartnern vor Ort und flachen Hierarchiestrukturen Rechnung getragen werden.

 

2010 – Erweiterung im Bereich der Eingliederungshilfe

Mit der Übernahme der Tagesstätte allerhand - ein tagesstrukturierendes Angebot für Menschen mit psychischer Erkrankung - konnte der Sommerberg seine Angebotspalette im Sozialpsychischen Zentrum in Köln Kalk erweitern. Hier ist auch die Koordinationsstelle "Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern" angesiedelt. Der Sommerberg deckt so den Schnittstellenbereich von Hilfen zur Erziehung und Eingliederungshilfe besser ab.

 

2011 – Neues intensiv-pädagogisches Angebot

Das intensiv-pädagogische Angebot in Rösrath richtet sich an Mädchen ab 12 Jahren, die höchsten Belastungen und Gefährdungen unterliegen. Hier werden Mädchen und junge Frauen befähigt, eigene realistische Lebensziele sowie soziale und gesellschaftliche Anforderungen weitgehend eigenständig und verantwortlich verfolgen und beantworten zu können.

 

2012 – Jubiläumsjahr „50 Jahre Sommerberg“

Mit vielen Aktionen feierte der Sommerberg unter dem Motto „Räume. Für Menschen. – Perspektiven. Zum Leben.“ sein 50-jähriges Jubiläum. Typisch für den Sommerberg in allen fünf Regionen und über das ganze Jahr verteilt. Genauso dezentral und regional, wie der Sommerberg mit seinen Angeboten und Einrichtungen aufgestellt ist.

 

2013 - Konzernzertifizierung der AWO am Mittelrhein

Erstmalig ist der Sommerberg im Rahmen der Konzernzertifizierung der AWO Mittelrhein geprüft und zertifiziert worden.

 

2014 - Erweiterung des Sommerbergs

Das Angebot in der Goethestraße in Porz wird inhaltlich aufgeteilt und räumlich getrennt. Das Tagesangebot erhält einen neuen Platz in der Bonner Straße, während das stationäre Angebot in der Goethestraße verbleibt und erweitert wurde.

Neueröffnung des Familienhauses für junge Eltern in Waldbröl. Ein stationäres Angebot für junge Eltern mit ihren Kindern.